Mode mit dem grünen Siegel – fair hergestellte Bekleidung

So wie sich Wirtschaft und Politik globalisiert haben, so ist auch der Anspruch der Menschen an eine global nachhaltige Wirtschaft und Politik gewachsen. Von dieser Entwicklung ist auch der Handel mit Modeartikeln betroffen und auf vielen Feldern hat diese Branche sogar eine Vorreiterrolle für global organisierte Nachhaltigkeit gespielt. Die Fair- und Öko- Gütesiegel an der Bekleidung und ganze "fair"-Modetrends in unseren Geschäften sind ein Ergebnis dieser Entwicklung.

Fair für sozialen Schutz

Die Fairtrade-Bewegung unterstützt bei der Herstellung und dem Handel von Textilien die Nachhaltigkeit in mehrfacher Hinsicht. Ursprünglich gab es fast ausschließlich soziale, entwicklungspolitische Motive zur Unterstützung von Produzenten und Händlern in Entwicklungsländern. Kleinere Erzeuger von Rohstoffen für die Textilwirtschaft, wie Baumwollerzeuger und später auch Bekleidungshersteller sollten vor Ausbeutung und unfairen Geschäftspraktiken geschützt werden. Diese führten nämlich dazu, dass kleine Bauern zum Beispiel mit Konzernanbietern preislich nur mithalten konnten, wenn Armut, Kinderarbeit, Selbstausbeutung usw. in Kauf genommen wurden. Das Fairtrade-System bietet diesen Bauern und Herstellern kostendeckende Preise, um ihren Betrieben und Familien einen landesüblichen, kleinen Wohlstand zu ermöglichen. Dafür ist ein etwas höherer Preis an die Erzeuger zu zahlen, den die Fairtrade-Bewegung in den Industriestaaten über höhere Einzelhandelspreise finanziert.

Ökologisch fair

Mittlerweile sind zu den Fairtrade-Zielen für soziale Nachhaltigkeit ökologische Ziele hinzugekommen. So gibt es mittlerweile Organisationen wie Naturland Fair, welche auch die ökologisch korrekte Herstellung von Textilien weltweit organisieren und überwachen. Die Textilindustrie ist eine der weltweit bedeutendsten Industrien, die besonders anfällig für ökologisch bedenkliche Verfahren und Verhaltensweisen ist. Natürliche Materialien wie Baumwolle werden bereits auf den Feldern mit diversen Pflanzenschutzmitteln behandelt. In Färbereien und bei der Ausrüstung von textilen Stoffen sind viele Chemikalien beteiligt, die die Gesundheit von Arbeitern und Verbrauchern gleichermaßen bedrohen. Deshalb sorgt zum Beispiel Fair Naturland für die Beseitigung von sozialen Missständen durch Verbesserungen des Arbeitsschutzes und sorgt dabei automatisch auch für den Verbraucherschutz.

Fazit

Das Fairtrade-System ist ein wesentlicher Beitrag zur globalen Überwachung und Durchsetzung von sozialen und ökologischen Mindeststandards für kleine Erzeuger und Produzenten auch im Bereich der Textilwirtschaft. Die Aktivitäten sorgen gleichzeitig für den Schutz der Endverbraucher. Diese können durch die Kontrollen nach ökologischen und ethischen Maßstäben nachhaltige Mode kaufen.